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Weiter am Image des Saarlandes arbeiten

Von IHK-Vizepräsident Thomas Christian Buchbinder
Kolumne

01.02.2010

„Too big to fail“ – „Zu groß, um zu scheitern“. Dieses Motto hat im Rahmen der Finanzkrise Schlagzeilen gemacht, als nach dieser Devise viele große und daher als „systemrelevant“ eingeschätzte Banken von den Staaten gestützt wurden. Frei nach dem Motto „Zu groß, um sie scheitern zu lassen“. Ein zweifelhafter Vorteil von Größe. Denn etwas ganz anderes auch hat die Krise an den internationalen Finanzmärkten wieder gezeigt: Auf Größe allein kommt es keineswegs an, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Das gilt auch für den Erfolg auf internationalen Märkten. Und: Überschaubare regionale Wirtschaftsverbünde sind mindestens ebenso wichtig, und sie sind vergleichbar stabil.

Im Saarland haben wir zugleich eine regional überschaubare,  eine grenzüberschreitend vernetzte und stark international ausgerichtete Wirtschaftsstruktur, begünstigt auch durch die Brückenfunktion nach Frankreich. Diese prägenden Merkmale  unserer Region – überschaubar und trotzdem international - gilt es auch 2010 zu pflegen und fort zu entwickeln. Sie bilden eine Kernkompetenzen des Saarlandes. Frankreich bleibt der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt der Saarwirtschaft, wie auch in der Januar-Ausgabe von „Wirtschaft im Saarland“ ausführlich dargestellt. Das Interesse der Saar-Unternehmen am Nachbarmarkt nimmt weiter zu – gerade auch bei kleinen und mittleren Unternehmen. Und die Exporte in unser Nachbarland steigen auch wieder an, nach einer „Delle“ Anfang letzten Jahres infolge der Wirtschaftskrise.

Die „grenzüberschreitende“ Funktion ist nur eine von vielen besonderen Stärken des Saarlandes. Diese gilt es auszubauen. Einerseits durch eine entsprechende Standortpolitik. Hier wurde in der Vergangenheit bereits etliches erreicht. Und die Landesregierung hat sich für die neue Legislaturperiode auch einiges vorgenommen. Dazu gilt es jetzt die entsprechenden Maßnahmen zu definieren und umzusetzen.

Auch wenn hier noch viel zu tun ist, und so wichtig eine nachhaltige Standortpolitik vor Ort ist - eines sollten wir dabei nicht vernachlässigen: die weitere Arbeit am Image des Saarlandes. Denn zwischen der Lebens- und Standortqualität, die das Saarland bietet, und dem Bild, das man sich jenseits unserer Landesgrenzen davon macht, klafft eine breite Lücke. Dies zu ändern hat sich die im letzten Jahr gestartete Imagekampagne „Unternehmen Saarland“ zum Ziel gesetzt. Unter anderem mit Anzeigen und einem „Geschäftsbericht" warb sie mit Witz und unkonventionellen Bildmotiven für den Standort Saarland.

In einem wesentlichen Punkt hat sich diese Kampagne von den Kampagnen anderer Länder unterschieden: Sie wurde von den Spitzenorganisationen der Wirtschaft angestoßen und mit der Landesregierung gemeinsam getragen. Was zeigt wie wichtig – um nicht zu sagen existenziell – es den saarländischen Unternehmen erscheint, die Stärken des Standortes viel besser zu kommunizieren. Das haben sie auch sonst durch eine umfängliche Unterstützung der Kampagne bewiesen, durch Versand des „Geschäftsberichts“ mit dem eigenen Unternehmensbericht, durch Hinweise in der Firmenkorrespondenz, durch Abbildung von Motiven auf LKWs  oder durch Schaltung von Anzeigen analog der Kampagne. Dies muss auch weiterhin geschehen.

Deshalb darf diese Kampagne auch keine Eintagsfliege bleiben. Denn Image-Arbeit funktioniert nur, wenn sie langfristig und nachhaltig angelegt ist. Wichtiger noch: Der Wettbewerb zwischen den Regionen wird weiter zunehmen - um die Ansiedlung zukunftsträchtiger Unternehmen, vor allem, um die „besten Köpfe“. Nur Regionen mit positivem Image werden in diesem Wettbewerb bestehen.

Die Kampagne „Unternehmen Saarland“ sollte deshalb – wie im Koalitionsvertrag fixiert - unbedingt fortgesetzt werden. Klar ist dabei, dass künftige Kampagnen eingebunden sein müssen in eine schlüssige Strategie zum etablieren einer „Marke Saarland“.  In Workshops mit dem anerkannten Markenexperten Prof. Esch sind die Partner dabei, den Markenkern des Landes freizulegen und eine Dachmarke zu entwickeln. Die IHK hat der Landesregierung zugesichert, dass sie die Weiterentwicklung und Umsetzung der Kampagne auch weiterhin unterstützen wird. Damit auch nach außen eine wichtige Trumpfkarte des Saarlandes nachhaltig sichtbar und bekannt wird: „Small is beautiful“. Oder, freier übersetzt: „Klein, stark, Saar.“