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Saar-Arbeitsmarkt: Belastungen durch Lieferengpässe und Corona drohen

Erhöhte Sensibilität für die Lage der Unternehmen notwendig

30.11.2021

Der Saar-Arbeitsmarkt hat auch im November seinen Erholungskurs fortgesetzt. Aktuell sind hierzulande 32.471 Menschen arbeitslos. Das sind 1.101 Personen weniger als im Vormonat und 5.266 Arbeitslose weniger als im November 2020. Die Zahl der Arbeitslosen an der Saar liegt damit wieder deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und nur noch knapp über dem Vor-Corona-Niveau vom November 2019 mit damals 32.309 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 6,3 Prozent im September auf jetzt 6,1 Prozent (November 2020: 7,1 Prozent). Im Bund sank die Quote von 5,2 auf 5,1 Prozent (November 2020: 5,9 Prozent).

Der Saar-Arbeitsmarkt hatte sich schon in der Corona-Phase nicht zuletzt wegen der umfangreichen Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes sehr robust gezeigt. Nun wird der temporäre Anstieg der Arbeitslosigkeit nach und nach abgebaut. Allerdings drohen wegen unverändert bestehender Lieferengpässe in Teilen der Saar-Industrie mittelfristig negative Rückwirkungen auf die weitere Arbeitsmarktentwicklung. Auch die Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle dürften zu Belastungen in Einzelhandel und verbraucherorientierten Dienstleistungsbranchen führen, die trotz Inanspruchnahme von Kurzarbeit auf den Arbeitsmarkt zurückschlagen werden.

Im Ranking der Bundesländer zeigt sich zudem auch die nach wie vor vorhandene relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Unverändert weisen nur noch sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 2,9 Prozent – das ist praktisch Vollbeschäftigung – beweist, wie groß der Rückstand inzwischen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit 9,9 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes folgte die Entwicklung zwar im Prinzip dem allgemeinen Trend, aber auch diesmal wieder mit Unterschieden im Ausmaß. So sank die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland von 4,5 auf 4,1 Prozent und damit stärker als im Bund mit 4,2 auf 4,0 Prozent. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen verringerte sich im Saarland und im Bund dagegen im Gleichschritt. Im Saarland von 6,4 auf 6,3 Prozent und deutschlandweit von 5,7 auf 5,6 Prozent. Bei der Ausländerarbeitslosigkeit verringerte sich die Quote im Bund von 12,3 auf 12,0 Prozent. Im Saarland verlief die Entwicklung erneut besser, die Quote sank von 17,8 auf 17,2 Prozent. Das Gesamtbild bleibt aber auch diesmal wieder gleich: In allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinkt das Saarland dem Bund mehr oder weniger deutlich hinterher. Lediglich im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit hat das Saarland fast zum Bund aufgeschlossen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im September (neuere Daten liegen noch nicht vor) gestiegen (+2.100). Und auch im Vergleich zum September 2020 bleibt die Beschäftigung mit einem Plus von knapp 3.300 Stellen auf einem deutlichen Erholungskurs. Noch im ersten Quartal dieses Jahres betrug der Verlust im Vergleich zum Vorjahr Monat für Monat stets mehrere Tausend Arbeitsplätze. Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung bleibt das aktuelle Beschäftigungsniveau mit 393.900 Stellen aber nach wie vor unter dem Vor-Corona-Niveau (September 2019: 395.985). Zudem verläuft der Beschäftigungsaufbau im Bund (+1,5 Prozent) und in den meisten anderen Bundesländern erheblich kräftiger. Denn an der Saar beträgt der Zuwachs nur 0,8 Prozent und deshalb belegt das Saarland im Bundesländervergleich auch nur den vorletzten Platz (zusammen mit Sachsen). Schlusslicht bleibt Thüringen.

„Auch im November blieb der Saar-Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs. Die Arbeitslosigkeit ist zum dritten Mal in Folge gesunken. Diese an sich erfreuliche Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass anhaltende Lieferengpässe die Einstellungsbereitschaft in der Industrie bremsen. Im verbraucherorientierten Dienstleistungsgewerbe dürften die Corona-Beschränkungen zu neuen, erheblichen Belastungen führen, die trotz Kurzarbeit mittelfristig auf den Arbeitsmarkt zurückschlagen werden. Von der Politik ist deshalb besonders auf diesem Feld eine erhöhte Sensibilität für die Lage der Wirtschaft gefordert. Viele Unternehmen haben sich noch nicht von den Folgen der vorangegangenen Lockdowns erholt.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (30. November) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.



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