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 Motiv: ©bernardbodo-fotolia.com

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30.07.2020

Saar-Arbeitsmarkt trotz leicht anziehender Konjunktur weiterhin unter Druck


Im Juli ist die Arbeitslosigkeit erneut angestiegen. Der Zuwachs entspricht jedoch dem üblichen saisonalen Verlauf. Hintergrund ist, dass sich im Ferienmonat Juli viele junge Menschen nach dem Schulabschluss arbeitsuchend melden. Positiv ist indes, dass erstmals seit April kein Corona-bedingter Zuwachs der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. Aktuell sind im Saarland 41.538 Menschen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote ist von 7,6 Prozent im Juni auf jetzt 7,8 Prozent geklettert. Im Bund ist die Quote von 6,2 auf 6,3 Prozent gestiegen. Wie schwer die Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt lastet, zeigt der Vergleich mit den Vorjahresdaten. Gegenüber Juli 2019 wuchs die Zahl der Arbeitslosen an der Saar um rund 22 Prozent. Das sind 7.393 Arbeitslose mehr als noch im Juli 2019. Im Bund betrug der Anstieg sogar 28 Prozent.

Bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie haben die anhaltend schwache Konjunktur und strukturelle Probleme den Arbeitsmarkt an der Saar unter Druck gesetzt. Im Ergebnis ist in den letzten Jahren der Abstand zu den anderen Bundesländern gewachsen. Aktuell weisen nur noch sechs Bundesländer eine höhere Arbeitslosenquote auf. Bezogen auf den Spitzenreiter Bayern ist die Quote im Saarland doppelt so hoch.

Die einzelnen Teilsegmente des Arbeitsmarktes zeigen auch im Juli ein uneinheitliches Bild. So ist die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen saisonbedingt von 6,9 auf 7,3 Prozent gestiegen. Deutschlandweit wuchs sie von 5,9 auf 6,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote der 55 bis unter 65-Jährigen stieg hierzulande von 6,4 auf 6,6 Prozent. Im Bund verharrt sie auf 6,1 Prozent. Leicht angestiegen ist sowohl im Saarland als auch im Bund die Quote arbeitsloser Ausländer: von 22,3 auf 22,6 Prozent bzw. von 15,3 auf 15,5 Prozent. Im Ergebnis hinkt das Saarland dem Bund nach wie vor in allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinterher.

Im Hinblick auf die Beschäftigung verstärkt die Corona-Krise den bestehenden Negativtrend. Im Mai (neuere Daten liegen noch nicht vor) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erneut leicht gesunken, von 388.100 im April auf 387.200. Dies ist zwar im längerfristigen Vergleich noch immer ein hoher Wert, doch seit Mitte 2019 lässt das Beschäftigungsniveau an der Saar unverkennbar nach. Gegenüber Mai 2019 beträgt der Beschäftigungsrückgang im Saarland 1,3 Prozent. Im Bund dagegen liegt er erstmals seit langen mit minus 0,3 Prozent im negativen Bereich.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Ferienmonat Juli war zu erwarten und entspricht dem üblichen saisonalen Verlauf, da sich viele junge Menschen nach dem Schulabschluss arbeitsuchend melden. Positiv ist, dass erstmals seit April kein Corona-bedingter Zuwachs der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. Eine Trendwende ist dies aber noch nicht. Der Saar-Arbeitsmarkt bleibt trotz wieder leicht anziehender Konjunktur weiterhin unter Druck. Nicht zuletzt deshalb, weil mit dem Auslaufen der Corona-Sonderregelungen zur Insolvenzordnung Ende September mit einer steigenden Zahl an Insolvenzen zu rechnen ist. Im Jahresdurchschnitt erwarten wir daher eine Arbeitslosenquote von rund 8,0 Prozent und einen Rückgang der Beschäftigung um bis zu 10.000 Arbeitsplätze gegenüber dem Schnitt des Vorjahres.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslose (jpg)

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (jpg)

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (jpg)

6 Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (jpg)

Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (jpg)

Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (jpg)