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Saar-Arbeitsmarkt: Risiken nehmen zu

29.01.2021

Im Januar ist die Arbeitslosigkeit an der Saar wie auch im Bund erneut gestiegen. Das ist der saisonübliche Verlauf um den Jahreswechsel herum. In diesem Jahr fällt dieser Anstieg dabei aber sogar etwas schwächer aus als im langjährigen Mittel. Mit ausschlaggebend dafür war die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes durch die Betriebe, die nach wie vor bestrebt sind, ihre wertvollen Fachkräfte zu halten. Der Druck auf den Arbeitsmarkt dürfte allerdings in den kommenden Monaten steigen, wenn die Auswirkungen des zweiten Corona-Lockdowns durchschlagen. Hinzu kommen im Saarland noch die nach wie vor bestehenden strukturellen Probleme in Teilen der Saarindustrie. Damit steigen die Risiken für die weitere Entwicklung insgesamt deutlich an.

Aktuell sind an der Saar 39.896 Menschen arbeitslos. Das sind 2.036 Personen mehr als im Vormonat und 4.700 Arbeitslose mehr als im Januar 2020 (+13,4 Prozent). Mehr Januar-Arbeitslose gab es im Saarland zuletzt im Jahr 2010 – also nach dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise im Jahr 2009. Die Arbeitslosenquote stieg an der Saar von 7,1 auf jetzt 7,5 Prozent. Im Januar 2020 betrug sie noch 6,6 Prozent. Im Bund stieg die Quote ebenfalls (von 5,9 auf 6,3 Prozent, Januar 2020: 5,3 Prozent). Die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes zeigt sich auch weiterhin im Ranking der Bundesländer. Unverändert weisen nur noch sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 4,2 Prozent beweist, wie weit das Saarland inzwischen zurückgefallen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit 11,5 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung an der Saar und im Bund diesmal gleichgerichtet – überall stieg sie an. Im Saarland kletterte die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen von 5,6 auf 5,8 Prozent. Im Bund von fünf auf 5,3 Prozent. Die gleiche Entwicklung zeigte sich bei der Arbeitslosigkeit älterer Menschen. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen stieg hierzulande von 6,8 auf 7,2 Prozent, deutschlandweit von 6,2 auf 6,7 Prozent. Ebenfalls wieder zugenommen hat die Ausländerarbeitslosigkeit. Im Saarland stieg die Quote arbeitsloser Ausländer kräftig an von 20,3 auf 21,5 Prozent, im Bund etwas schwächer von 14,1 auf 15,1 Prozent. Das Gesamtbild bleibt damit unverändert: In allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinkt das Saarland dem Bund mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten blieb im November (neuere Daten liegen noch nicht vor) an der Saar konstant bei 391.800. Obwohl dies im längerfristigen Vergleich immer noch ein hohes Beschäftigungsniveau darstellt, zeigt der Vorjahresvergleich doch weiterhin einen deutlichen Beschäftigungsrückgang im Saarland an. Bereits zum neunten Mal in Folge ist ein solcher inzwischen feststellbar. Gegenüber November 2019 beträgt er -1,2 Prozent (-4.893 Arbeitsplätze). Damit liegt das Saarland im Bundesvergleich weiterhin allein auf dem letzten Platz. Der Bundesdurchschnitt liegt bei -0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 zeichnet sich damit ein durchschnittlicher Verlust von im schlimmsten Fall bis zu 4.500 Beschäftigungsverhältnissen an der Saar ab.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar überrascht nicht. Er entspricht vielmehr dem jahreszeitlich üblichen Verlauf. Die Auswirkungen des erneuten Corona-Lockdowns sind bislang noch nicht auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Geholfen hat dabei, dass weiterhin zahlreiche Betriebe auf das Instrument Kurzarbeit setzen. Doch vor dem Hintergrund absehbarer Insolvenzen im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei verbrauchernahen Dienstleistern sowie ungelöster struktureller Probleme in Teilen der Saarindustrie dürfte der Druck auf den Arbeitsmarkt mittelfristig aber zunehmen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnen wir deshalb im Jahresdurchschnitt mit einem Rückgang der Beschäftigung um 4.500 Arbeitsplätze.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (29. Januar) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

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