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 Motiv: © Jürgen Priewe - Fotolia.com

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14.11.2014

Innovationen und Digitalisierung: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Thema der Woche


Mit der Digitalen Agenda und der neuen Hightech-Strategie hat die Bundesregierung ihr Arbeitsprogramm zu wichtigen Digitalisierungs- und Innovationsthemen für die kommenden Jahre vorgestellt. Viele Hebel sollen in Gang gesetzt werden, um den Standort Deutschland zu stärken. Doch sind es auch die richtigen?

Technologiefreundlichkeit auch leben
Eine DIHK-Umfrage zum Innovationsstandort Deutschland zeigt, dass mittlerweile jedes dritte Industrieunternehmen Handlungsbedarf für eine technologiefreundlichere Gesellschaft  sieht (2012: 29 Prozent). Die Hightech-Strategie gibt mit Bürgerforschung oder Wissensplattformen eine Antwort darauf, wie Politik Innovationen und Technologien bürgernäher vermitteln möchte. Öffentliche Konsultationen zu neuen Vorhaben erhalten jedoch noch zu wenig Gewicht. Dabei müssten gerade hier die Erfahrungen und Anforderungen der Wirtschaft stärker einfließen.

„Ja zum Mittelstand“ umsetzen
Die Innovationsdynamik der Wirtschaft und insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) soll mit der Hightech-Strategie neue Impulse erhalten. Denn: Während Großunternehmen seit 2010 laut einer aktuellen Studie des ZEW etwa gleichbleibend 4,5 Prozent ihrer Jahresumsätze in Forschungs- und Innovationsaktivitäten stecken, investierten die mittelständischen Betriebe im gleichen Zeitraum nur etwa 1,6 Prozent pro Jahr. Die Hightech-Strategie setzt richtigerweise auf mehr Transparenz in der Forschungsförderung sowie eine nutzerfreundlichere Ausgestaltung der Förderbedingungen. Beim Wissens- und Technologietransfer wird in der Hightech-Strategie die strategische Bedeutung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen hervorgehoben. Sie müssen sich künftig klar zu einem Wissenstransfer in die Wirtschaft und vor allem an KMU bekennen und eine Beteiligung ermöglichen, z.B. durch gemeinsame Projekte oder bei der Drittmittelforschung. Die Hightech-Strategie kann nur gemeinsam mit der Wirtschaft erfolgreich umgesetzt werden.

Digitale Innovationen – aber sicher!
Der Anteil der Digitalisierung an der Wertschöpfung auch der klassischen Industrien wird immer größer - Stichwort Industrie 4.0. Die hohe Innovationsfähigkeit Deutschlands kann in einer zunehmend digitalisierten Welt nur erhalten bleiben, wenn die Daten und die Anwendungen sicher vor Spionage, Sabotage und Diebstahl sind. Vielen innovativen mittelständischen Unternehmen ist noch nicht bewusst, mit welchen technischen Raffinessen ihre Produkte, Verfahren und Geschäftsgeheimnisse von Konkurrenten, insbesondere aus dem Ausland, erbeutet werden. Hier sollte die Sicherheitsforschung ansetzen und Lösungen entwickeln, die digitale Sicherheit in den Unternehmen einfacher umsetzbar macht.

Ohne digitale Kompetenzen keine Innovationen
Die digitale Transformation wird nur dann gelingen, wenn die Unternehmen kompetente Mitarbeiter zur Verfügung haben. Digitalisierungsthemen müssen deshalb stärker Eingang finden in die Schulen, die Aus- und Weiterbildung sowie die Hochschulangebote, aber auch in die Lehreraus- und -fortbildung.

Digitale Agenda europaweit umsetzen
Fazit aus Sicht des DIHK: Die Digitale Agenda der Bundesregierung ist ein richtiger Ansatz, der nun konkretisiert und ressortübergreifend umgesetzt werden muss. Die Digitalisierung macht aber nicht an Landesgrenzen halt. Unsere europäischen Nachbarn verfolgen eigene Ideen. Eine große Aufgabe für den neuen Digitalisierungskommissar Günther Oettinger ist es, die vielen nationalen Ansätze zu einer kohärenten Gesamtstrategie zusammenzuführen. Wir brauchen einen digitalen EU-Binnenmarkt, damit europäische Unternehmen in einer digital vernetzten Welt innovativ und wirtschaftlich erfolgreich sind.

Ansprechpartnerinnen:    
Dr. Susanne Lechner, DIHK Berlin, Tel.: 030 20308 1511
Dr. Katrin Sobania, DIHK Berlin, Tel.: 030 20308 2109