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 Motiv: © psynovec - Fotolia.com

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Kennzahl: 17.15631
16.10.2020

Frostige Zeiten – das saarländische Gastgewerbe kämpft ums Überleben

Gastkolumne
von Michael Buchna, Präsident des DEHOGA Saarland und Mitglied der IHK-Vollversammlung


Dem Kalender gehen so langsam die Blätter aus. Herbst und Winter stehen vor der Tür. Der Wind wird rauer und die Nächte werden kürzer. Für das Gastgewerbe allerdings wird die Luft in den kommenden Monaten immer dünner und bald könnte es völlig zappenduster sein. Kaum eine Branche war von der Krise so hart getroffen wie wir. Am 21. März schlossen unsere Betriebe für zwei lange Monate. Erst ab dem 18. Mai konnten wir unter strengen Auflagen wieder Gäste bewirten und beherbergen. Dafür haben wir als DEHOGA gekämpft. Mit Hartnäckigkeit und guten Konzepten konnten wir immer wieder Etappenziele erreichen. Der durch die Pandemie verursachte wirtschaftliche Schaden bleibt dennoch immens. Daran konnte auch ein schöner Sommer nichts ändern. Denn bei weitem nicht alle Gaststätten verfügen über Freiflächen und die Abstandsregeln reduzieren die Plätze um rund die Hälfte. Damit einher gehen durchschnittlich halbierte Umsätze, wobei je nach Betriebsart und Standort gravierende Abweichungen nach oben und unten zu verzeichnen sind.

In den nächsten Monaten wird es nun kalt und nass ¬– was die Problematik um ein Vielfaches verschärft. Dabei können wir unseren Gästen einen angenehmen und gleichzeitig sicheren Aufenthalt anbieten. Die Hygienekonzepte dazu gibt es. Und technische Einrichtungen wie etwa zertifizierte Raumluftfilter können zusätzlich helfen. Auch kreative Ideen für die weitere Nutzung der Außenflächen sind vorhanden. Denn wir sind Unternehmer! Wir finden Lösungen für unsere jeweiligen Betriebe. Aber: Politik und Verwaltung müssen hier offen für unbürokratische Lösungen sein. Gäste und Mitarbeiter sind die Basis unseres unternehmerischen Erfolges. Deshalb ist deren Sicherheit unser oberstes Gebot.

Inmitten der Krise müssen wir auch in die Zukunft schauen. Corona bescherte dem Deutschlandurlaub einen Boom. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhält. Die Gäste erwarten dabei einen Qualitätsurlaub. Zum Wohlfühlgefühl gehört für eine zunehmende Zahl von Gästen auch ein „gutes Umweltgewissen“. Deshalb ist es weiter wichtig, Konzepte für eine nachhaltige Betriebsführung zu entwickeln. Auch die Digitalisierung wird vieles verändern. Wie können uns digitale Tools unterstützen? Inwiefern kann die Lösung eine IT-basierte sein? Das sind die Fragen, die wir stellen müssen. Gerade die Auflagen stießen in vielen Bereichen solche Lösungen an, Stichwort digitale Gästeregistrierung oder Speisekarte. Insofern stimmt es, dass in jeder Krise eine Chance steckt. In all diesen Themenfeldern freue ich mich, die bewährte Zusammenarbeit mit der IHK Saarland fortzusetzen. Darüber hinaus lade ich jeden ein, auch in der kalten Jahreszeit in seinem Lieblingsrestaurant oder -hotel Bewährtes zu genießen. Denn Corona hin oder her – das Saarland bleibt Genussland!

Ihr Michael Buchna