Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



 Motiv: © vege - Fotolia.com

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Kennzahl: 17.11519
08.05.2015

Digital – aber flott! Zugang zu schnellem Internet verbessern!

Kolumne
Von IHK-Vizepräsident David Zimmer


Die Digitalisierung ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken – im Privatleben nicht, vor allem aber auch nicht in der Wirtschaft. In nahezu allen Unternehmen beeinflusst sie die Geschäfts- und Arbeitsprozesse. Sie steigert die Produktivität, erhöht den Umsatz und sichert Beschäftigung. Laut DIHK-Unternehmensbarometer geht jedes vierte Unternehmen in Deutschland davon aus, dass die Digitalisierung sogar zu zusätzlicher Beschäftigung führt. Zuwächse seien insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Handel und Industrie zu erwarten.

Wichtigste Voraussetzung für den digitalen Wandel ist der Zugang zu schnellem Internet. Denn digitale Dienste wie soziale Netzwerke, Cloud Computing und das große Interesse an Industrie 4.0-Anwendungen steigern den Bedarf nach immer leistungsfähigeren Verbindungen. Die Verfügbarkeit einer breitbandigen Infrastruktur wird deshalb immer wichtiger. Regionen, die davon ausgeschlossen sind, laufen Gefahr, im Standortwettbewerb abgehängt zu werden. Das bestätigt auch eine IHK-Standortumfrage aus dem vergangenen Jahr. Danach ist für über zwei Drittel der befragten Saar-Unternehmen eine ausreichende Breitbandanbindung sehr wichtig.

Im Saarland können wir uns grundsätzlich über die Versorgung nicht beklagen. Denn die Verfügbarkeit von schnellem Internet bis zu 6 Mbit/sec Übertragungsgeschwindigkeit ist bereits nahezu flächendeckend. Damit nimmt unser Land eine Spitzenposition in Deutschland ein. Aber: Die statistisch im Mittel gute Versorgung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer noch zahlreiche unterversorgte Gebiete gibt. Außerdem erfordert die zunehmende Digitalisierung noch viel schnellere Bandbreiten. Zukünftig benötigen digitale Anwendungen Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 und mehr Mbit/sec. Der dazu notwenige Infrastrukturausbau ist allerdings wegen der kleinteiligen Siedlungsstruktur im Saarland aufwendig und teuer. Gerade im ländlichen Raum fehlen häufig die finanziellen Mittel.

Was ist also zu tun? Zunächst begrüßen wir, dass digitale Lücken im Land geschlossen werden sollen. Das war eine wichtige und richtige Entscheidung des saarländischen Breitbandgipfels im vergangenen Jahr. Positiv ist auch, dass die Landesregierung zusätzliche Mittel in Höhe von einer Million Euro für interkommunale Pilotprojekte bereitstellt. Jetzt sind die Kommunen gefordert. Sie müssen sich zu „Clustern“ zusammenschließen. Und das am besten rasch, wenn sie vom Kuchen etwas abbekommen und ihre Standortattraktivität steigern wollen. Zudem ist noch völlig offen, wie die Leitungen auf 50 Mbit/sec und mehr ertüchtigt werden können.

Noch hinkt Deutschland bei der digitalen Infrastruktur der Weltspitze hinterher. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat deshalb auf der CeBIT Milliarden-Investitionen für den Breitbandausbau angekündigt. Das ist gut so. Jetzt gilt es, die anstehenden Investitionen rasch auszuführen. Es ist also noch viel zu tun – im Bund ebenso wie im Saarland. Packen wir es an!