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 Motiv: © Halfpoint - Fotolia.com

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09.12.2016

Die Familie – nicht nur an Weihnachten ein Gewinn

Kolumne
Von IHK-Vizepräsidentin Petra Krenn


„Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft“, so liest und hört man es allerorten. Und sie wird den Deutschen immer wichtiger. Das zeigt der „Zukunftsreport Familie 2030“ des Prognos-Instituts. Während 1998 noch 68 Prozent der Bürger angaben, dass ihnen die Familie ein Gefühl von Sicherheit gibt, sind es aktuell bereits rund 80 Prozent. Für drei Viertel der Befragten ist die Familie am wichtigsten. Diese Zahlen machen Mut, denn eine funktionierende, starke Gesellschaft setzt funktionierende, starke und – selbstredend – viele Familien voraus. Doch benötigen erfolgreiche Unternehmen nicht eben auch solche Familien? Bei Familienunternehmen liegt die Sache auf der Hand: Das Unternehmen kann nur so stark sein wie die Eigentümerfamilie, die es führt. Die Familie sichert hierbei eine werteorientierte Unternehmensführung, die Tradition mit Fortschritt verbindet. Meine Frage zielt vor allem auf die Mitarbeiterebene. Kann es sein, dass Unternehmen mit starken und funktionierenden Mitarbeiterfamilien produktiver sind als solche, die dieses Thema ignorieren?

Zweifelsohne ist Familie immer Privatangelegenheit. Als Familienunternehmerin weiß ich aber, dass Unternehmen, die in Familienfreundlichkeit investieren, auf Dauer echte Mehrwerte erzielen. Unabhängig von der Größenklasse der Betriebe, ja oftmals auch unabhängig von den eingesetzten Ressourcen, zeigt sich immer wieder: Gelebte Familienfreundlichkeit zahlt sich aus: Mitarbeitern, denen die Unternehmensführung mit individuellen Angeboten hilft, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, sind motivierter und leistungsfähiger. Sie haben weniger Ausfallzeiten und kündigen seltener. Und schließlich werben sie für den eigenen Arbeitgeber – mit einer Überzeugung, die keine Imagekampagne der Welt erzeugen kann. Doch eine familienfreundliche Personalpolitik reduziert beileibe nicht nur die betrieblichen Akquisekosten. Sondern sie schafft vor allem einen emotionalen Kitt zwischen Unternehmen und Beschäftigten. Sie fördert das betriebliche Klima und den Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern. Es sind schließlich die Familien, in denen Werte zu allererst erfahren und verinnerlicht werden. Und es sind diese Werte, zu denen nicht zuletzt Fürsorge und Verantwortung zählen, die die Gesellschaft zusammenhalten. Irrsinnig zu glauben, dass Unternehmen von diesen Werten und ihren Trägern, also gerade jungen Vätern und Müttern, nicht auch profitierten. Das zeigen immer wieder die vielen guten Bespiele bei unserem Wettbewerb „Unternehmen Familie“.
Die jetzige Weihnachtszeit bietet ein besonders anschauliches Beispiel zum Thema Unternehmen und Familie, nämlich das Buch „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Auch wenn die düsteren sozialen Verhältnisse, die dieses Werk beschreibt, glücklicherweise längst der Vergangenheit angehören, so zeigt es uns doch immer wieder, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer weit mehr verbinden kann, als ein Arbeitsvertrag und die darin festgelegten Rechte und Pflichten.

Ich bin mir sicher, dass je mehr Wirtschaft und Politik gemeinsamgute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen, desto mehr Familien werden gegründet und desto stärker werden sie sein. Und das ist nicht nur aus demographischer Perspektive ein Gewinn für uns alle. Kinder stehen immer auch für Glück und Zuversicht. Ist es vor diesem Hintergrund nicht auch ein schönes Kompliment für ein Unternehmen, wenn dort viele Familienväter und -mütter arbeiten? Ich denke schon!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, ein fröhliches Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.