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Ausbildungsmarkt im Wandel

Von IHK-Vizepräsident Wolfgang Herges
Kolumne

01.04.2010

Trotz der Wirtschaftskrise - es gab auch gute Nachrichten im Jahr 2009! Alle ausbildungswilligen und –fähigen jungen Menschen haben im Saarland - wie auch auf Bundesebene - ein Angebot auf Ausbildung erhalten Und dies trotz des doppelten Abiturjahrganges.  

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Ende September 2009 konnte rein rechnerisch jeder suchende Jugendliche zwischen mehreren Angeboten auswählen. Den 22 unversorgten Jugendlichen im Saarland standen fast 400 unbesetzte Stellen gegenüber. Zusätzlich waren im IHK-Bereich noch rund 100 Plätze bei den betrieblichen Einstiegsqualifikationen unbesetzt.

Diese beeindruckenden Zahlen dokumentieren auf eindrucksvolle Weise die Weitsicht unserer ausbildenden Unternehmen. Trotz vieler unbesetzter Ausbildungsstellen blieb die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge mit über 5000 fast auf dem Niveau des Vorjahres. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dafür in einem Schreiben an den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Hans Heinrich Driftmann ausdrücklich bedankt. Sie würdigt darin das bundesweite Engagement mit dem Hinweis, dass der DIHK, die IHK-Organisation insgesamt und ihre Mitgliedsunternehmen zu den unverzichtbaren Säulen des Ausbildungspaktes gehören und damit maßgeblich zu seiner Dynamik und zu seinem Erfolg beitragen.

Engagement gegen Fachkräftemangel

Der nationale Ausbildungspakt hat in diesem Jahr noch Bestand. Im Mai werden wir für das Saarland wieder einen regionalen Ausbildungspakt abschließen. Alle beteiligten Organisationen und  die Landesregierung haben sich darauf verständigt, die Aktivitäten in den nächsten Jahren fortzusetzen. Die Vorzeichen haben sich jedoch geändert: In Zukunft wird es nicht mehr darum gehen, jungen Menschen zu einer Ausbildungsstelle zu verhelfen, sondern Unternehmen zu ausreichend qualifizierten Auszubildenden. Demografische Entwicklung und steigende Abiturientenquote  werden sich in rückläufigen Bewerberzahlen niederschlagen. Bereits heute gehen mehr Arbeitnehmer in Ruhestand wie neue Fachkräfte nachkommen. Der Fachkräftemangel ist nicht nur absehbar, in einzelnen Branchen ist er bereits Realität. Wir müssen daher größte Anstrengungen unternehmen, ihm zu begegnen. Dabei treten bei der Akquise von Ausbildungsbewerbern Themen wie Berufsorientierung, Ausbildungsfähigkeit, Qualifizierung vor Ausbildungsbeginn und ein besserer Übergang von der Schule in die Ausbildung in den Fokus.

Wir müssen darauf schnell reagieren und  uns bereits im diesjährigen Ausbildungspakt verstärkt diesen Feldern widmen. Eines der wichtigsten Ziele ist es dabei, die Jugendlichen schulisch besser vorbereitet in Ausbildung zu bringen.

Gleichzeitig wollen wir in wenigen Wochen eine Rahmenvereinbarung zur Berufsorientierung unterzeichnen. Damit wollen die Paktpartner die Schulen bei der Verbesserung der Ausbildungsreife ihrer Absolventen noch  intensiver unterstützen. Bereits im vergangenen Jahr waren unsere IHK-Mitarbeiter in mehr als 30 Schulen „vor Ort“: bei Elternabenden, im Unterricht oder aber ganz gezielt bei Berufsinfotagen oder Ausbildungsmessen. Dieses Engagement  soll deutlich steigen. Eine wichtige Rolle wird dabei dem  Verein ALWIS (Arbeitsleben, Wirtschaft, Schule), in dem alle genannten Akteure neben anderen aktiv mitwirken, zukommen.

Ich garantiere Ihnen, die IHK-Mitarbeiter sind auf die veränderten Bedingungen eingestellt und werden nichts unversucht lassen, das in ihrem Verantwortungsbereich notwendige und möglich zu tun, den Betrieben den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Mein Appell an Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer kann in dieser Situation nur lauten: Bilden Sie (weiter) aus! Es ist im Interesse Ihres Unternehmens und der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes!