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 Motiv: © DOC RABE Media - Fotolia.com

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27.04.2018

Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung, stärkeres Engagement für Fachkräfte erforderlich


Die gute Konjunktur beflügelt weiter den saarländischen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit sinkt und die Beschäftigung steigt. Aktuell sind im Saarland knapp 32.900 Menschen arbeitslos, so wenige wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr in einem April. Die Arbeitslosigkeit sank gegenüber März um gut 570 Personen und gegenüber April 2017 um mehr als 2.300. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt an der Saar jetzt bei 6,3 Prozent (Bund: 5,3 Prozent). Eine erfreuliche Entwicklung, die aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es in einigen anderen Bundesländern noch besser läuft. Im Ranking der Bundesländer ist das Saarland deshalb nämlich auf den neunten Platz abgerutscht. Aktueller Spitzenreiter ist Bayern mit einer Quote von 2,9 Prozent, Schlusslicht bleibt Bremen mit 10,1 Prozent.

Dem allgemeinen Trend folgend hat sich die Jugendarbeitslosigkeit auch im April weiter verringert. Die Arbeitslosenquoten der unter 25-Jährigen sanken dabei an der Saar und im Bund erneut im Gleichschritt. Mit aktuell 4,8 Prozent liegt das Saarland daher weiterhin leicht über der Bundesquote von 4,5 Prozent. Bei der Arbeitslosigkeit älterer Menschen stagniert dagegen die Entwicklung im Saarland. Nachdem Saar und Bund im März noch gleichauf lagen, ist der Bund nun vorbeigezogen. An der Saar beträgt die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen nach wie vor 6,2 Prozent, im Bund jetzt sechs Prozent. Am deutlichsten hinkt das Saarland dem Bund jedoch bei der Ausländerarbeitslosigkeit hinterher. An der Saar liegt deren Quote bei 20,1 Prozent, im Bund nur bei 13,8 Prozent.

Im Februar (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) ist die Beschäftigung im Vergleich zum Vormonat wieder gestiegen. Das geringe Ausmaß des Anstiegs entspricht dabei dem jahreszeitlich üblichen Verlauf. Im Saarland betrug er +0,1 Prozent, im Bund +0,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich - also gegenüber Februar 2017 - sieht es insgesamt erheblich besser aus. Allerdings hat der Bund dabei nach wie vor die Nase deutlich vorne. Deutschlandweit fällt der Beschäftigungszuwachs mit einem Plus von 2,4 Prozent um einiges kräftiger aus als im Saarland, das nur auf +1,4 Prozent kommt und damit unverändert den drittletzten Platz im Ländervergleich belegt. Mit 387.300 Beschäftigten waren an der Saar damit aber immer noch 5.500 Menschen mehr in Arbeit als noch im Februar 2017. Neue Arbeitsplätze entstanden vorwiegend im Handel und bei den sonstigen Dienstleistungen, im Sozialwesen, in der Zeitarbeit sowie bei den Verkehrs- und Logistikdienstleistern. Die Finanzdienstleister haben hingegen erneut Beschäftigung abgebaut und in der Industrie stagniert sie weiterhin.

„Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt wird dank der guten Konjunktur auch in den kommenden Sommermonaten anhalten. Allerdings wird der Aufbau an Beschäftigung durch den zunehmenden Mangel an qualifizierten Fachkräften gedämpft. Es kommt deshalb jetzt verstärkt darauf an, die im Land vorhandenen Potenziale zu heben und das Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar weiter mit Leben zu füllen. Dazu zählt auch die Einführung einer verpflichtenden Berufs- und Studienorientierung an den Gymnasien, um noch mehr junge Menschen für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen und die Abbrecherquoten an den Hochschulen zu senken.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (27. April) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.
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